Die archäobiologische Abteilung des
Instituts für Prähistorische und Naturwissenschaftliche
Archäologie (IPNA) setzt sich aus drei Teildisziplinen
zusammen:
Die drei Teildisziplinen beschäftigen sich mit der Erforschung der Umwelt, der
Wirtschaft und der Ernährungssituation der Menschen vom
Paläolithikum
bis in die Neuzeit. Die Forschungsschwerpunkte lassen sich daher
gemeinsam formulieren:
Umweltgeschichte
Die interdisziplinäre Verknüpfung von archäologischen
und archäobiologischen Ergebnissen ermöglicht Aussagen zur
prähistorischen
und historischen Entwicklung der Umwelt. Dabei wird ein besonderes
Augenmerk
auf den Einfluss des Menschen auf seine Umwelt gelegt („human impact“).
Epochenübergreifende Vergleiche lassen Umweltveränderungen
unter
dem Einfluss des Menschen erkennen: Viehwirtschaft, Ackerbau und
Waldnutzung
haben einen erheblichen Einfluss auf die Umwelt. Dabei entstehen neue
Biotope,
welche wiederum Lebensraum für seltenere oder neue Pflanzen- und
Tierarten
schaffen.
Wirtschaftsgeschichte
Neben der Erforschung der wirtschaftlichen Bedeutung von Haus- und
Wildtieren sowie Kultur- und Wildpflanzen in prähistorischer und
historischer
Zeit wird vor allem auch die Wechselwirkung dieser Elemente untersucht.
Unser besonderes Augenmerk gilt der Abhängigkeit der
prähistorischen
und historischen Wirtschaftsweise von den Naturgewalten (z.B. Klima).
Ernährungsgeschichte
Die Archäobiologie lässt Rückschlüsse auf die
übliche
Nahrungszusammensetzung in den einzelnen prähistorischen und
historischen
Epochen zu. Insbesondere für die neolithischen
Feuchtbodensiedlungen
der Schweiz können aufgrund der vorteilhaften
Erhaltungsbedingungen
der organischen Reste Modellierungen zur durchschnittlichen
Nahrungsmenge
(Energiewerte) und zu den Anteilen von pflanzlichen und tierischen
Nahrungsquellen
vorgenommen werden. Durch die Erforschung der Ernährungsgeschichte
lassen sich auch Einblicke in die Sozialgeschichte gewinnen.
Spätestens
seit der Eisenzeit werden Hinweise auf eine soziale Abhängigkeit
der
Ernährungsqualität gefunden. Ab der römischen Epoche,
besonders
jedoch im Mittelalter und der Neuzeit können die
archäobiologischen
Resultate mit schriftlichen Hinweisen auf die Ernährung verglichen
und kombiniert werden.
Hinweise zur Probenentnahme
von archäobiologischem
Material (Kurzversion)
Anleitung zur
Probenentnahme (ausführliche Version)
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