Abteilung Archäobiologie
 Archäobotanik
   
 


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Vorsteherin der Arbeitsgruppe Archäobotanik (Abteilung Archäobiologie):

Prof. Dr. Stefanie Jacomet

Wissenschaftliche MitarbeiterInnen/Post-Doc's:

Dr. Örni Akeret Dr. Marlu Kühn
Dr. Ferran Antolin Dr. Angela Schlumbaum
Dr. Christoph Brombacher Dr. Patricia Vandorpe
Dr. Annekäthi Heitz-Weniger Dr. Lucia Wick

DoktorandInnen:

Dominique Hecker
Renata Perego
Bigna Steiner
Petra Zibulski

Freie Mitarbeiter:

Dipl. phil. Heiner Albrecht
Dr. Marlies Klee
Dr. Lucie Martin
Dr. Danièle Martinoli
Dr. Tjaša Tolar


Allgemeines über Archäobotanik

Die Archäobotanik als Teilgebiet der Archäobiologie befasst sich mit der Untersuchung pflanzlicher Reste vorwiegend aus anthropogenen Ablagerungen früherer Zeiträume. Zusammen mit der Archäozoologie ist sie ein wichtiger Eckpfeiler der Erforschung und Rekonstruktion der wirtschaftlichen und naturräumlichen Grundlagen vergangener Epochen der Menschheitsgeschichte. Wichtige Informationen liefert die Archäobotanik ausserdem zur Interpretation archäologischer Strukturen (z.B. diente eine Grube als Latrine?).

In erster Linie analysieren wir pflanzliche Makroreste (Samen und Früchte, Holz, Blätter, Stengel und andere vegetative Pflanzenteile). Die wichtigste Fundgattung sind Samen und Früchte, da diese sich am ehesten bis auf das Artniveau bestimmen lassen. Ausserdem werden auch Mikroreste (Pollen und Sporen) untersucht.

Um chronologische Entwicklungen darstellen zu können und Vergleiche zwischen Siedlungsplätzen einer Epoche durchzuführen, müssen die Ergebnisse einer grossen Zahl von Fundstellen vorliegen, was bis heute in Mitteleuropa erst von wenigen Orten der Fall ist.

Einführende Literatur
  • Jacomet, Stefanie & Kreuz, Angela (1999): Archäobotanik. Einführung in die Aufgaben, Methoden und Ergebnisse vegetations- und agrargeschichtlicher Forschung, UTB, Ulmer Verlag.
  • Jacomet, Stefanie (2007): Use in Environmental Archaeology, in the section: Plant Macrofossil Methods and Studies (ed. by Hilary Birks). In: Elias, S. (Editor in Chief) Encyclopedia of Quaternary Science. Oxford (Elsevier), Vol. 3, 2384-2412. Pfd.
  • Jacomet, Stefanie (2012): Ausführlich illustriertes Skript zur Vorlesung "Einführung in die Archäobotanik". Pdf (79 MB).
  • Jacomet, Stefanie/Schibler, Jörg (2012): Domestikationsgeschichte. Pdf.
  • Jacomet, Stefanie (2014): Domestikation der wichtigsten altweltlichen Kulturpflanzen. Vorlesungsskript. Pdf.


Hinweise zur Probenentnahme

Hinweise zur Probenentnahme von archäobotanischem Material (Merkblatt aus: Archäologie der Schweiz Vol. 22 (1), 1999, ergänzt)

Anleitung zur Probenentnahme und zur Probenaufbereitung / instructions for sampling and recovery techniques (ausführliche und dem neuesten Forschungsstand entsprechende Version von 2009).

Es stehen 2 ausführliche, reich bebilderte Dokumentationen über das Vorgehen beim Schlämmen archäobotanischer Proben ("chaine opératoire") zur Verfügung / There are 2 detailed and richly illustrated files available explaining the procedures involved while recovering plant remains:

Pdf für Feuchtboden/Wetland (12 Mb)
Pdf für Mineralboden (12 Mb)



Laufende Forschungsprojekte

Am IPNA laufen parallel jeweils 40-50 Bearbeitungen archäobotanischen Materials von den verschiedensten archäologischen Fundstellen. Der Schwerpunkt unserer Tätigkeiten liegt in der Schweiz und dem angrenzenden Ausland (insbesondere Elsass, Haut-Rhin, F), wo wir Forschungsarbeiten für archäologische Ämter durchführen. Dies geschieht zum Teil im Rahmen von universitären Abschlussarbeiten. Der zeitliche Rahmen liegt zwischen dem Paläolithikum und der frühen Neuzeit. Schwerpunkte sind traditionell neolithische und bronzezeitliche Seeufersiedlungen und römerzeitliche sowie mittelalterliche Fundstellen. Neu erforschen wir intensiv auch das Mesolithikum.

Alle erhobenen Daten fliessen in unsere Datenbank ARBOL ein und dienen als Basis für überregionale und/oder diachrone Auswertungen.

Projektliste

Forschungsdatenbank der Universität Basel


Archäobotanische Datenbank der Schweiz (ARBOL - Archaeobotanical Lists)

Diese Datenbank enthält Daten von Makrorestnachweisen (v.a Samen und Früchte) aus archäologischen Fundstellen der Schweiz und benachbarter Gebiete. Entwickelt wurde die Datenbank ARBOL unter Microsoft Fox Pro. Sie enthält zurzeit Informationen von gegen 1000 Taxa aus über 350 Fundstellen (Neolithikum bis Mittelalter). Insgesamt sind über 12 Mio. Pflanzenreste erfasst. Derzeit laufen Bestrebungen, die Schweizer Datenbank in eine europaweit immer mehr genutzte, internationale Datenbank (ArboDat), welche durch A. Kreuz von der Denkmalpflege Hessen entwickelt wurde, zu transferieren.

Der internationale Austausch zu Datenbanken findet im Rahmen eines europäischen Netzwerkes bioarchäologisch arbeitender Institute statt (BioArch).

Weitere Informationen sind über den Datenbankmanager Dr. Christoph Brombacher erhältlich.

Weitere Datenbanken:



Hinweise auf Praktikums- und Abschlussarbeiten

Themen für Praktische Arbeiten (Erwerb von KP im Rahmen des Moduls „Praktische Archäologie“ möglich), BSc und MSc-Arbeiten:

  • Bearbeitung und Auswertung von pflanzlichem Material aus archäologischen Fundstellen
  • Auswertungen mit Hilfe der Datenbank
  • Literaturarbeiten (Recherchen) zu verschiedenen Themen

Eine entsprechende Liste ist bei S. Jacomet erhältlich.
Weitere Abschlussarbeiten im Bereich "alte DNA": bei A. Schlumbaum nachfragen.



Links

Bestimmung von pflanzlichen Makroresten

Zeitschriften und Organisationen