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| 1999 | 1998 | 1997 | 1996 |
1999 Aus einem im Grundwasserbereich gelegenen Sedimentprofil von La Neuveville, welches spätrömische bis hochmittelalterliche Sedimente enthielt, wurden aus sechs Horizonten die Makroreste analysiert. Diese zeigen uns, dass es sich bei den vorliegenden Sedimenten durchwegs um Ablagerungen aus dem limnischen Bereich handelt. Der Einfluss anthropogener Aktivität in den einzelnen Horizonten ist unterschiedlich. Vor allem im unteren-mittleren Teil des Profils kann aus der grossen Zahl von Kulturzeigern wie auch einem hohen Anteil von organischem Detritus des Sedimentes eine Besiedlung in unmittelbarer Ufernähe angenommen werden. In den beiden späten Horizonten ist hingegen keine Besiedlung in unmittelbarer Ufernähe mehr nachweisbar. An Kulturpflanzen sind makrorestanalytisch die beiden Getreidearten Einkorn und Dinkel sowie Lein und Hanf belegt. Bemerkenswert sind die vielen Nachweise von Traubenkernen, welche auf einen frühen Weinbau am Bielersee hinweisen. Als weitere Kulturpflanze ist die Walnuss nachgewiesen, deren Kultivierung auf die römische Besiedlung in unserem Gebiet zurückgeht. Summary
Aus einer Grabung im Areal der Insula 1 in der römerzeitlichen Stadt Augusta Raurica (Kanton Basellandschaft, Schweiz) wurde archäobotanisches Material von einer Herdstelle aus der 1. Hälfte des 2. Jahrhunderts untersucht. Die 3 Proben enthielten verkohlte, z. T. schlecht erhaltene Diasporen. Die Funddichte war sehr gering (<3 Reste/Liter). Die wenigen Funde ergaben trotzdem ein breites Artenspektrum. Unter den Speisepflanzen befanden sich Gerste (Hordeum vulgare), Emmer (Triticum dicoccon), Dinkel (Triticum spelta), Roggen (Secale cereale), Rispenhirse (Panicum miliaceum), Einkorn oder Emmer (Triticum monococcum/dicoccon), Linsen (Lens culinaris), Ackerbohne (Vicia faba, unsicher bestimmt) sowie Feigen (Ficus carica), Walnüsse (Juglans regia) und Haselnüsse (Corylus avellana). Neue Funde für Augst waren Feigenkerne und Walnussschalen. Die verschiedenen Taxa zeigen, wie abwechslungsreich die Ernährung der Bevölkerung in Augst gewesen sein musste. Aussagen über bevorzugte Esswaren und ihre Zubereitungsart oder Anbau können keine gemacht werden. Die wenigen vorhandenen Getreideunkräuter lassen vermuten, dass das Erntegut vor der Zubereitung sehr gut gereinigt wurde. Obschon die Möglichkeit besteht, dass die Grünlandarten als Ackerunkräuter auf den Feldern wuchsen, deuten einige gute Futter- und Trittpflanzen auf die Herkunft aus Wiesen und Weiden hin. Die Wahrscheinlichtkeit, dass Heu als Anfeuerungsmaterial oder als Isolationsmaterial der Häuser Verwendung fand, ist sehr gross. Summary
Die Holzkohlengruben
Neben handfesten archäologischen Artefakten oder biologischen Makroresten wie Knochen und Pflanzenteile, enthalten auch Moleküle Informationen aus der Vergangenheit, die mit geeigneten Methoden ans Licht gebracht werden können. Ein Beispiel sind die Untersuchungen von Deoxyribonukleinsäure (DNS), dem Träger der Erbinformation. DNS aus archäologischem Material (aDNS) ist stark fragmentiert und nur in sehr kleinen Mengen vorhanden. Die Schlüsselmethode zu ihrem Studium ist die Polymerase-Ketten-Reaktion, in der wenige Kopien aus dem Ausgangsmaterial millionenfach vermehrt und die genetische Information nach dem Sequenzieren studiert werden kann. aDNS Studien eröffnen viele neue Perspektiven in der Archäologie, z.B. Geschlechtsbestimmungen, Verwandtschaftsanalysen, Identifikation von menschlichen Individuen, Krankheiten, Abstammung und Herkunft von Organismen oder Populationen. Es wurde vorgestellt, wie an archäologischen Funden die Unterscheidung von Schaf und Ziege oder die Identifikation von Genomen in morphologisch unbestimmbaren Nacktweizenkörnern mit genetischen Methoden bearbeitet wird. Viele Projekte beschäftigen sich mit der Analyse von aDNS aus archäologischen Funden mit unterschiedlichem Erhaltungszustand und aus bis zu mehreren tausend Jahren alten Kulturschichten (Biomolekulare Archäologie). In den letzten 15 Jahren wurden in der Stadt Schaffhausen eine grosse Zahl mittelalterlicher Latrinen ausgegraben, die ins 11. bis 16. Jahrhundert datieren. Analysen von pflanzlichen und tierischen Resten aus diesen Abfall- und Fäkalienschichten geben Einblicke in die Essgewohnheiten und das soziale Umfeld der mittelalterlichen Stadtbewohner. Zwischen den einzelnen Latrinen bestehen deutliche Unterschiede hinsichtlich ihrer jeweiligen Spektren der Tier- und Pflanzenarten. Diese lassen sich einerseits auf soziale Unterschiede zurückzuführen, andererseits sind aber auch chronologische Tendenzen feststellbar. Durch ganzheitliche Analysen vieler Brandgräber in der Schweiz konnten neben den traditionellen archäologischen Funden viele Nahrungsmittel sowohl pflanzlicher als auch tierischer Art geborgen werden. Es handelt sich dabei um Beigaben von meist guter Qualität. Bei den pflanzlichen Funden reicht das Spektrum von Getreide und Hülsenfrüchten über kultiviertes Obst, Wildfrüchte bis zu Backwaren. Die Fleischbeigaben stammen oft von Haustieren v.a. Schwein oder Huhn, aber auch von einigen wenigen Wildtieren. Durch die Zusammensetzung der Beigaben im Vergleich zu den Toten können Rückschlüsse auf die Verstorbenen, Totenrituale, Bedeutung der Beigaben und Glaubensvorstellungen gezogen werden. Die im Laufe des Neolithikums am Bielersee festzustellenden Veränderungen bei den Tierknochen und den Getreidepflanzen sind mit den Beobachtungen am Zürichsee vergleichbar. Nach anfänglich hohen prozentualen Nutztieranteilen ist als Folge einer Klimakrise im 37. Jahrhundert, die sich am Zürichsee auch durch Einbussen bei der Getreideproduktion und den Anstieg an Sammelpflanzen bemerkbar macht, ein Anstieg der Wildtieranteile zu beobachten. Dieser ist auf eine Intensivierung der Jagd (höhere Dichtewerte und Prozentanteile) bei gleichbleibender Nutztierzucht (gleichbleibende Dichtewerte) zurückzuführen. Im Verlauf des 36. Jahrhunderts sinken die Wildtieranteile wieder. Im Spät- und Endneolithikum erreichen die Nutztieranteile sehr hohe Werte (oft über 90%). Die Veränderungen im Nutztierspektrum finden ebenfalls Parallelen in der östlichen Schweiz. Die zu Beginn hohen Wiederkäueranteile werden um 3200 v. Chr. durch eine intensive Schweinehaltung zurückgedrängt. Im Verlaufe des dritten Jahrtausends nehmen die Anteile der Wiederkäuer, insbesondere des Rindes, wieder zu. Im Gegensatz zur östlichen Schweiz ist die Schaf- und Ziegenhaltung am Bieler- und Neuenburgersee - insbesondere in den Nordwestufersiedlungen mit steilem Hinterland-intensiver, was auf die Topographie und Vegetation (Weidemöglichkeiten) zurückzuführen sein dürfte. Die botanischen Untersuchungen zeigen stark unterschiedliche Vegetationsverhältnisse rund um den Bielersee mit Eichenbuschwäldern auf kargem, trockenem Grund am steilen Nordwestufer bis zu stark sumpfigen Bodenverhältnissen am Seeausfluss. Die Entwicklung der Kulturpflanzen zeigt ähnliche Tendenzen wie in der östlichen Schweiz: in der ersten Hälfte des 4. Jahrtausends bilden Nacktweizen und Gerste die wichtigsten Getreidesorten. Flachs und Schlafmohn sind ebenfalls wichtig. Zwischen 3400 und 3200 v. Chr. wird der Nacktweizen zugunsten von Emmer zurückgedrängt, und die Bedeutung von Lein und Schlafmohn nimmt zu. Zu Beginn des 3. Jahrtausends v. Chr. verschwindet der Nacktweizen fast vollständig und macht einer Emmer/Gersten-Dominanz Platz Die archäobotanische Auswertung verschiedener, mittelalterlicher Fundstellen hat in den letzten Jahren ein überraschend breites Spektrum an Obstarten zu Tage gefördert. Diese setzen sich zusammen aus Wild- und Kulturformen, wobei die Wildformen im Fundgut oft sogar überwiegen. Das muss bezüglich dem Früchtekonsum aber nicht heissen, dass mehr Wildfrüchte als Kulturobst gegessen wurde. Die Auswertung von Schriftquellen lässt uns erkennen, dass die Bedeutung des Wildobstes vor allem bei den Konservierungsmöglichkeiten lag: gewisse Früchte wie Mispeln, Berberitze oder Holunder sind roh kaum geniessbar, während sie gekocht problemlos gegessen werden können. Bestimmte Inhaltsstoffe verbessern sogar die Konsistenz und Haltbarkeit auch von anderen Früchten, denen sie beigemischt wurden. Der Anbau von Kulturobst ist ab dem 15. Jahrhundert von immer mehr Bauern und Gärtnerinnen betrieben worden. Zu den Apfel-, Birn- und Kirschbäumen kamen neue Arten und ebenfalls mehr Beeren wurden im eigenen Garten gepflegt. Früchtetragende Wildsträucher sind besonders gern in die Hecken gepflanzt worden. Noch wenig Aussagen lassen sich zum Züchtungsstand einzelner Sorten machen, doch sind Grösse, Geschmack und Geruch neben der Lagerfähigkeit bereits im 15. Jahrhundert wichtige Auswahlkriterien gewesen. Anforderungen des Handels und der Märkte — wie möglichst frühe Reife — wirkten sich seit dem Spätmittelalter ebenfalls auf die Sortenwahl aus.
Seitenanfang 1998 596 water-logged, uncarbonized branchwood specimen deriving from four cultural layers of the late Neolithic lakeshore site Horgen Scheller (between 3080 and 3030 B.C.) at the Lake of Zürich, Switzerland, were examined. The following parameters were analysed: taxonomy, diameter and age of the twigs, harvest season, and distribution of the branches over the area as well as their distribution over the different cultural layers. Based on differences observed in these analyses the twigs were divided into the following three groups: conifers, deciduous trees with catkins, and deciduous trees without catkins. Branch diameter examinations revealed that branches of deciduous trees were thicker on average than those of conifers. Whereas branches deriving from deciduous trees without catkins were harvested at the age of seven years on average, those of conifers and deciduous trees with catkins were older. Waney edge analyses showed that the majority of the twigs were cut within the winter months. Among the deciduous trees without catkins there is, however, a markably higher proportion of summer harvested branches than in the other two groups. The taxonomic examinations revealed that 70% of the specimen consisted of twigs of either hazel (Corylus avellana L.), yew (Taxus baccata L.), or silver fir (Albies alba Mill.), thus implying the great economic importance of these species in the settlements of Horgen Scheller. To our knowledge this is the first report that a remarkably high proportion of yew twigs (26.8 %) has been found in an analysis of subfossil twigs. The possibility that the inhabitants of the settlement Horgen Scheller had been specialized in harvesting yew from the backland is discussed. From the analyses of the distribution of the branchwoods over the area concentration centers became evident which could be remains of buildings. In the comparison of the distribution pattern of the taxa in the different cultural layers a very similar composition was found throughout the different cultural layers at the same place of the area. Therefore it seems likely that existing structures were reused when a new settlement was built up. The data also show that the building outlines slowly moved land inwardly over time. A rising lake water level could have led to gradual dislocation of the settlements Key words: Branchwood - Yew (Taxus baccata L.) - Late neolithic period - animal foddering - economic specialization. Free-threshing wheat was a principal cereal in Neolithic cultures, as shown by the abundance of grains in the archaeological record. However, the morphology of the mainly charred preserved, prehistoric naked wheat grains is not characteristic of either tetraploid, Triticum durum Desf. and Triticum turgidum L., or of hexaploid, e.g. Triticum aestivum L.. We analysed the morphology of charred naked wheat grains originating from a storage assemblage of an Early Cortaillod culture layer (3908-3906 B.C.) at the Lake of Zürich, Switzerland and addressed their identification by molecular genetics. A fragment of the promoter region of the high molecular weight (HMW) subunit genes of glutenin was successfully amplified by the polymerase chain reaction. Sequences obtained from cloned PCR products are highly similar to modern sequences. The detection of the D genome allele suggests the presence of hexaploid T. aestivum . However, rachis remains from the same site as well as other contemporary sites were identified morphologically as tetraploid naked wheat Keywords: wheat, archaeobotany, ancient DNA, PCR, Neolithic,
promoter,
HMW glutenin
Durch den Einbezug von archäobiologischen Analysen bei der Untersuchung römerzeitlicher Brandgräber wird es möglich, Fragen zu Totenritual, Jenseitsglauben, ethnischer Zugehörigkeit, Funktion und Bedeutung der Beigaben sowie Bezug zu Geschlecht, Alter und sozialer Stellung der Verstorbenen sowie regionalen Unterschieden nachzugehen. Ein Beispiel aus einem Brandgräberfeld in Augusta Raurica (Nordwestschweiz) soll zeigen, wie eine ganzheitliche Untersuchung und Verknüpfung der traditionellen archäologischen Funde mit den naturwissenschaftlichen Ergebnissen aussehen kann und welche Aussagen möglich sind. Es werden auch methodische Probleme angesprochen, die vor allem die Bergung der Funde und die Aufbereitung des untersuchten Materials betreffen. Durch eine Zusammenstellung aller halbwegs zugänglichen archäobotanischen Funde aus Brandgräbern wird klar, dass der Forschungsstand auf diesem Gebiet sehr mangelhaft ist und wie wichtig es wäre, diese Lücken zu füllen. Dies ist jedoch nur möglich, wenn eine Zusammenarbeit zwischen den Archäologen, Archäobiologen und Anthropologen stattfindet und die Gräber einer systematischen Untersuchung unterzogen werden. 1997 213 goat or sheep faeces from the Neolithic lake shore settlement of Horgen Scheller (Switzerland) were analysed for plant macrofossils. Only 51 (24%) of them contained identifiable remains. The most frequent finds were prickles of Rosaceae, probably blackberry (Rubus fruticocus s.l.). This is interpreted as food that was grazed from hedges, woodland edges or clearings in winter or spring. Faeces from summer or autumn are apparently not present. Explanations for this are discussed, among which trans-humance seems most probable. Key words: Food of domesticated animals - Ovicapridae - Faeces - Macrofossils - Neolithic This paper describes the results of archaeobotanical examination of four late neolithic lakeshore settlements on lake Biel in Switzerland. Due to the excellent preservation conditions in lakeshore settlements, non-carbonized as well as carbonized seeds and fruits were recovered in large numbers. In addition to the diaspore analyses, some samples of charcoal and moss were identified. The spectrum of cultivated plants was markedly different between the sites. In the transition from the 34th to 33rd century B.C. (sites Nidau, Lüscherz and Lattrigen 'VI') naked wheat and barley were predominant, while in the 32nd century B.C. (Lattrigen 'VII') prevalence of emmer (a glume wheat) was noted. Flax and opium poppy were of great importance during the whole late neolithic period. In addition to cereals, a large number of cereal weeds were detected. The wild flora included a high percentage of water and lake-shore plants which results from the strong influence of water on the cultural layers. Taxa of flood-plain forest are also common. The proportion of potential grassland species was low (in total only 13 taxa) which suggests that in addition to the cultivated fields only few pastures and grassland areas existed close to the settlements. Key words: Plant macrofossils - Lakeshore settlements - Late Neolithic - Switzerland An overview of archaeobotanical finds of cultivated plants in medieval Switzerland and Liechtenstein. The plant macrofoossils from 30 archaeological sites from Switzerland and Liechtenstein representing the early, high and late medieval periods show that cereal cultivation did not differ among periods. Spelt, barley, rye, oats and common millet were the most important crops and einkorn was also present. In contrast, the increasing spectrum of vegetable, fruit and nut-tree remains from the high medieval period onwards points to the development of gardens and orchards. We found no evidence of 'exotic' cultivated plants. New palynological evidence shows that the beginning of cereal use in central Europe probably started during the transition from the Boreal to Older Atlantic period in the region of Lake Zürich (Switzerland). This is about 2000 years before the first Neolithic lake dwellings there, and much earlier than previously reported. The pollen profiles of Wallisellen- Langachermoos and Zürich-Mozartstrasse reveal several phases of human impact between 6500 and 4500 BC cal. Pollen of cereals and of plants showing small-scale forest openings - possibly related to fire events - hint to a society of forager-farmers. We propose to connect these communities to the Late-Mesolithic, Early Neolithic (La Hoguette) and Middle Neolithic cultures of central Swiss Plateau. For the areas belonging to the zone of western mediterranean neolithisation we therefore have to reject the idea of a Neolithic revolution and 'landnam' by farmers. The neolithisation of the central Swiss Plateau was more probably a long-lasting process of subsequent and discontinuous acculturation of the local, Late-Mesolithic population. Neolithic elements such as the use of cereals were quickly distributed among them. Our results obtained from palynological and archaeological studies give new aspects for the process of neolithisation on the Swiss Plateau and in central and western Europe in general. 1996 Aus dem sogenannten "Humushorizont" der Insula 2 (Augusta Raurica, Schweiz, 150-250 n.Chr.) wurden insgesamt drei Sedimentproben archäobotanisch untersucht. Es kamen verkohlte, mineralisierte und unverkohlte Reste zum Vorschein. Die Funddichte war gering (13 Funde pro Liter). Die beprobte Fläche gehörte zu einem Innen- resp. Hinterhof. Zwei der Proben enthielten fast nur verkohlte Makroreste, während sich mineralisierte Diasporen auf eine dritte Probe im zentralen Bereich des Hofes konzentrierten. Es kamen v.a. Kulturpflanzen und Grünlandarten zu Tage. Bei den Kulturpflanzen handelt es sich um verschiedene Getreidearten: Emmer (Triticum dicoccon), Dinkel (Triticum spelta, unsicherer Nachweis), Gerste (Hordeum vulgare), Hafer (Avena spec., möglicherweise aber Wildhafer) und Rispenhirse (Panicum miliaceum) sowie Linse (Lens culinaris) und vermutlich Kohl (Brassica spec.). Bei den Grünlandarten könnte es sich um Reste von Heu handeln, das im Haus, z.B. als Anfeuerungs-, Isolations- oder auch als Stopfmaterial für Matratzen und Kissen, verwendet wurde. Sie könnten aber auch u.a. von Mottfeuern im Garten herrühren, die archäologisch allerdings kaum nachweisbar sind. Das Artenspektrum lässt auf Grünland in der Umgebung der Stadt schliessen, das, zeitlich verschoben, als Wiese und Weide genutzt wurde. Möglicherweise haben wir es aber auch zum Teil mit Ackerunkräutern zu tun, die mit der Ernte in die Siedlung gelangten. Der Zustand v.a. der mineralisierten Pflanzenreste deutet auf Material hin, das nicht primär, sondern sekundär mit den Füllschichten eingelagert wurde. Am wahrscheinlichsten scheint eine Nutzung des Hinterhofes in Form eines Rasens, der gedüngt wurde. Herdasche könnte ebenfalls zwecks Düngung verstreut worden sein. Möglicherweise existierte auch zeitweise ein Abfallhaufen im zentralen Hofteil. Summary
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