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Simon Kramis
und Römerstadt Augusta Raurica Tel.: ++41 61 816 22 29 |
| Allgemeine Forschungsinteressen | |
Innerhalb römerzeitlicher Siedlungsperimeter verortete Skelette, Teilskelette und Skeletteile waren zumeist Gegenstand isolierter Teilstudien seitens der physischen Anthropologie. Populär geworden sind Brunnen mit menschlichen Überresten in der Verfüllung, die als aussergewöhnliche Verstösse gegen juristisch-religiöse Gepflogenheiten im Rahmen von Massakern („Germaneneinfälle“) gedeutet wurden (Müller 1975, Markert & Markert 1986, Schröter 1990). Intramurale Deponierungen von Perinaten wurden zuweilen ebenfalls als Verstoss gegen das Zwölftafelgesetz, jedoch des Öfteren auch als Phänomen eines gewohnheitsrechtlichen Umgangs mit dieser Altersgruppe betrachtet (Schweissing 1997). Funde von Einzelknochen auf Siedlungsgebiet wiederum fanden bei Vorhandensein traumatischer Spuren isoliert Eingang in die Literatur (Wahl & Planck 1989, Wahl 1991a, Wahl 1991b). Eine der Latènezeit analoge Betrachtungsweise auf phänomenologischer Ebene ist für die römische Epoche, möglicherweise aufgrund reichhaltig vorhandener grabrechtlicher Quellen (pars pro toto: Kaser 1978; Noethlichs 1979/80), jedoch bislang nicht erfolgt. |
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Augusta Raurica/Kaiseraugst (1963.14177 Bireten): Siedlungsfund einer Schädelkalotte eines männlichen 50-60 jährigen Individuums mit Verdacht auf Lochdefekt am Os frontale rechts. Aufgrund der Erhaltung ist eine definitive Beurteilung problematisch. |
• Sind die Skelette direkt bzw. primär abgesetzt worden? |
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Augusta Raurica/Kaiseraugst (2007.006.F05160.1): Teile einer Blockbergung vor der Reinigung. Perinates Individuum aus dem Inneren eines Streifenhauses. |
Die unvollständige bzw. inhomogene Erhaltung der Skelettreste macht eine Datenaufnahme auf Basis von Einzelknochen sinnvoll. Dem daraus erstellten Skeletteilspektrum können Anteile der auf Siedlungsgebiet vertretenen Skelettelemente entnommen und desweiteren untereinander, etwa nach Siedlungszonen, sowie mit einer Referenzserie aus einem zeitnahen Friedhof extra muros verglichen werden. Hierbei könnten signifikante Unterschiede zwischen intramuralen und „ordnungsgemässen“ Skelettfunden sichtbar werden, die einer weiteren Begründung bedürfen. Analog der Archäozoologie werden taphonomische Daten erhoben, die im Rahmen forensischer Anthropologie insbesondere Hinweise auf den Zeitpunkt und den Zustand bei der Ablagerung sowie die Dauer der Oberflächenexposition (etwa durch Verbisspuren) von Knochen liefern können. Die Kartierung einzelner und verknüpfter Merkmale dient der weiteren Analyse sowie der Illustration. So könnte eine Massierung bestimmter Eigenschaften in Verbindung mit der Verortung interessante Hinweise für eine weitere Deutung liefern. Die Verortung, gerade von älteren Funden stellt den Bearbeiter aber aufgrund fehlender Dokumentation teilweise vor einige Probleme. Schliesslich ist innerhalb eines definierten Arbeitsgebietes eine Literaturstudie vergleichbarer Funde angestrebt.
Literatur
Partnerschaften
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Allgemeine Forschungsinteressen: • Aspekte der Gewalt in Anthropologie und Archäologie Lukas Kofmehl, Andreas Filippi, Univ. of Basel (Switzerland); Gerhard Hotz, Natural History Museum Basel (Switzerland); Dorothea Dagassan-Berndt, Simon Kramis, Hans Deyhle, Georg Schulz, Univ. of Basel (Switzerland); Bert Müller, Basel Univ. Hospital (Switzerland), Quantification of tooth abrasion. SPIE Paper 7804-50 (in Vorb.) Simon Kramis, Fabian Link, Gerhard Hotz, Absolute Datierung von neuzeitlicher Keramik anhand identifizierter Skelette. as – Archäologie Schweiz 32.2009.1, 30-33. Simon Kramis, Oberriet SG-Montlingen, Kapf. Neue Ausgrabungen am Südhang der Höhensiedlung. Jahrbuch AS 91, 2008, 116-126. Gerhard Hotz, Lucas Burkart, Liselotte Meyer, Simon Kramis, Fabian Link, Von der konservierenden Anthropologie zur sozialgeschichtlichen Interpretation. Museum Aktuell – Zeitschrift für Ausstellungspraxis und Museologie im deutschsprachigen Raum. Mai-Ausgabe 2008. Simon Kramis, Tonpfeifenraucher aus Basler Friedhöfen – Anthropologische und historische Aspekte des Tabaktrinckens. Knasterkopf – Fachzeitschrift für Tonpfeifen und historischen Tabakgenuss 20, 2007 (2008), 41-44. Pdf. Gerhard Hotz, Liselotte Meyer, Simon Kramis, Fabian Link, Wer war „Theo“ der Pfeifenraucher? Uni Nova Wissenschaftsmagazin der Universität Basel 108, 2008, 32-34. Gerhard Hotz, Liselotte Meyer, Simon Kramis, Fabian Link, Theo, der Pfeifenraucher. Aus dem Leben eines Kleinbaslers um 1800. Basler Stadtbuch 2007 (Basel 2008). Simon Kramis, Dental Traces of Smoking. In: Gesellschaft für Anthropologie e.V. (Veranst.). 6. Kongress der GfA, Abstracts (Facetten der modernen Anthropologie München 13.-16.09.2005). München, Eigenverlag, 2005. |
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