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Das Projekt / Le projet / The project


Sozialgeschichte ist ein Stiefkind der schweizeri-
schen Urgeschichtsforschung. Die methodischen und theoretischen Ansätze zur Erforschung urgeschichtlicher Sozialstrukturen sind wenig entwickelt. Die Vorstellungen über die sozialen Verhältnisse beruhen häufig nicht auf konkreten Forschungsergebnissen. Vielmehr stützen sie sich auf – überwiegend ältere und mittlerweile in Frage gestellte – Konzepte aus der Soziobiologie, der Primatenforschung und der Ethnologie sowie auf historische Analogien, deren Validität für urgeschichtliche Gesellschaf-
ten im Einzelnen jedoch noch nicht überprüft wurde. Eine wichtige Rolle spielt auch die Projektion von kulturellen Konstrukten unserer Gesellschaft (z. B. des Geschlechtermodells und des Kindheitskonzeptes) auf die Urgeschichte sowie von im Alltagswissen verankerten Vorstellungen über «den Urmenschen» und «die Urgesellschaft».

Das Projekt ist in erster Linie ein Beitrag zur Grundlagenforschung. Es hat zum Ziel, die epistemologischen Grundlagen der sozialge-
schichtlichen Interpretationen der Schweizer Urgeschichtsforschung transparent zu machen und darauf aufbauend neue Grundlagen für sozialgeschichtliche Forschungen zu entwickeln. Diese neuen Grundlagen integrieren in interdisziplinärer Weise das sozialgeschichtliche Potential von Archäozoologie, Archäobotanik, biologischer Anthropologie und Gender Studies. Das Projektteam wird dieses Potential systematisch ausloten, indem es innovative Ansätze aus dem (inter-)nationalen Umfeld zusammenstellen und in interdisziplinärer Zusammenarbeit theoretisch und methodisch weiterentwickeln wird. Diese neuen Ansätze testen wir im Rahmen von Fallstudien an Feuchtbodensiedlungen.

Gemäss unserer interdisziplinären Forschungs-
strategie werden die Teilprojekte nicht erst gegen Ende der Projektdauer miteinander verknüpft. Vielmehr führen wir eine „rollende Synthese“ durch, um Syntheseleistungen bereits in frühen Stadien des Projektes als festen Bestandteil in den Forschungsprozess zu integrieren.



Das Projekt gliedert sich in acht Teilprojekte:

1. Lebensbilder

2. Erkenntnistheoretische Grundlagen

3. Alltagswissen – Forschung

4. Achsen der Differenz

5. Anthropologie

6. Archäozoologie

7. Archäobotanik

8. Rollende Synthese




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