Bürgerforschungsprojekt Basel-Stadt
   

Spitalfriedhof-Projekt



Volkszählung

Erbschafts-
inventare


Mitarbeit

Team

Genealogie und Skelette

Medien +
Ausstellungen




ipna


Uni Basel

Wer schafft die Grundlagen?

Das Bürgerforschungsprojekt Basel-Spitalfriedhof entstand 2012 aus dem Forschungsprojekt Theo der Pfeifenraucher, in welchem ein grosses Team freiwilliger Mitarbeitender historische Quellen zur Identifikation des noch namenslosen Pfeifenrauchers transkribierten. Seit 2008 transkribierte das Theo-Team zusätzlich Krankenakten und Spitaldaten des Bürgerspitals Basel.

Rekonstruktion von Theo
Rekonstruktion von Theo dem Pfeifenraucher

 

Das Bürgerforschungsprojekt ist als Citizen Science Projekt konzipiert. Es unterstützt die laufenden archäologisch-anthropologischen und historischen Forschungen an den Skelettfunden des Spitalfriedhofs aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, indem es die zugehörigen historischen Datenquellen digital erschliesst und der Forschung zugänglich macht. Damit werden Grundlagen für die historische Kontextualisierung der anthropologischen Forschungen und das Schliessen von Forschungslücken geschaffen. In diesem Zusammenhang wird eine Zusammenarbeit mit dem Verein Basler Geschichte, der ein Projekt zur umfassenden Aufarbeitung der Stadtgeschichte plant, angestrebt.

Arbeit im Staatsarchiv
Arbeit im Staatsarchiv Basel

Das Staatsarchiv Basel-Stadt bewahrt einen umfangreichen Datenkorpus zur Sozialgeschichte des 19. Jahrhunderts auf, der in seiner Fülle und Vollständigkeit einzigartig ist. Dazu zählen namentlich Patientendaten (ab 1842), Krankenakten (ab 1840), Erbschaftsinventare, Niederlassungskontrolle (ab 1840) (Dissertation Lorenceau, Pdf), Volkszählungen (1840 bis 1880) und die Wohnungsenquete von 1889. Das Bürgerforschungsprojekt strebt aktuell die vollständige Erfassung der Volkszählungen Basels an. Die Ergebnisse werden der Forschung online zugänglich gemacht.


Kranken- und Pfründerregister: Ein- und Austritte, 1808-1870 (StABS Spital V 10)


Spitalein- und Austritte in der Woche vom 23. bis 29. März 1845. In dieser Woche wurden drei Kindbettkinder verzeichnet © Foto G. Hotz

Im Kranken- und Pfründerregister werden wöchentlich die Ein- und Austritte des Spitals vermerkt und ebenso die Anzahl der im Spital tätigen Mitarbeitenden. Neben den Angaben zu den beruflichen Tätigkeiten der Patienten, und wer für die Bezahlung der Spitalpauschale von wöchentlich 3.50 Franken (medizinische Abteilung) und 4.00 Franken (chirurgische Abteilung) aufkam, wurde auch vermerkt, in welche Abteilungen die Kranken und Pfründer aufgenommen wurden. Ebenso wurden die wöchentlichen Geburten (Kindbettkinder) aufgelistet. Das Kranken- und Pfründerregister erlaubt über einen Zeithorizont von über 60 Jahren eine vollständige Rekonstruktion der Patientenbewegungen. Besonders wertvoll ist der Fakt, dass sowohl das alte Spital an den Schwellen (hinter der Barfüsserkirche/Freie Strasse), als auch das neue Bürgerspital (ab 1842) auf diese Weise dokumentiert wird und die Veränderungen in der sozialen Zusammensetzung (siehe Pavel 2016) und geografischen Herkunft der Spitalbevölkerung fassbar werden.


Krankenakten (1840-1868)

Seit 1840 legten die Spitalärzte zu jedem Patienten der medizinischen und ab 1862 auch seitens der chirurgischen Abteilung Krankenakten an. Ab 1868 sind auch die Akten seitens der Gebäranstalt vollständig im Staatsarchiv Basel archiviert greifbar. Die Spitalärzte schufen sich mit diesen medizinischen Berichten ein wissenschaftliches Instrumentarium, um ihre Erfahrungen zu den verschiedenen Krankheiten und deren Behandlungen für ihre Kollegen schriftlich festzuhalten. Seitens des Forschungsprojekts Basel-Spitalfriedhof liegen fast 1`000 dieser Akten transkribiert vor.

Krankenakte
Krankenakte mit einer Karikatur, die den Oberarzt Karl Gustav Jung darstellt, © Staatsarchiv Basel

 


 

Volkszählungen 1850, 1860 und 1870

Als erstes Ergebnis können die bisher unpublizierten Daten der Volkszählung 1850 und eine Anleitung zu den Daten heruntergeladen werden. Für die Klardaten in Form einer Exceldatei (BBS-Originalversion 1850 und/oder BBS-Online-Version 1850) wenden sich Interessierte an die Projektleitung.

Volkzählungsakte
Daten der Volkszählung von 1860, © Staatsarchiv Basel

 


 

Erbschaftsinventare


Erbschaftsinventar (1. von 3 Seiten) der Sophie Jung (1822-1852), gewesene Bandputzerin von St. Marie-aux-Mines (F), © StABS Gerichtsarchiv PP 1.129, Inventar 133, Foto G. Hotz

Die Erbschaftsinventare 1840 bis 1868 des Gerichtsinventars PP1 vermitteln einen direkten Einblick in die finanzielle Situation der u.a. im Spital verstorbenen Personen. Nicht zu allen Patienten liegt ein solches Inventar vor, trotzdem stellen diese Dokumente einen unersetzlichen Informationsschatz dar. Zusätzlich geben auch Akten zu Liquidationen, Konkursverfahren und anderes mehr Auskunft über die finanziellen Lebensbedingungen in Basel.

Alphabetisches Erbschaftsverzeichnis 1840-1868

Chronologisches Erbschaftsverzeichnis 1840-1868



 

Mitarbeit beim Bürgerforschungsprojekt

Das Bürgerforschungsprojekt sucht für Transkriptionen, Erfassung von Volkszählungen und weiteren Aufgaben freiwillige Mitarbeitende. Das Projektteam trifft sich jährlich zu drei bis vier Führungen oder Vorträgen mit anschliessendem Apéro. Wer im Projekt mitgewirkt hatte, wird zu allen Anlässen eingeladen. Die Treffen finden im ungezwungenen Rahmen statt und dienen der Weiterbildung innerhalb des Projektrahmens. Interessierte erhalten weitere Informationen bei Gerhard Hotz oder Marina Zulauf-Semmler.

gemütliches Zusammensein

 


 

Team Bürgerforschungsprojekt Basel-Spitalfriedhof

Team

Leitung
Gerhard Hotz
Marina Zulauf-Semmler
Verena Fiebig-Ebneter
Liselotte Meyer
Angelo Gianola

Historische Beratung
Beatrice Schumacher

Fotografie
Angelo Gianola

EDV-Support und Datenbereinigung
Daniel Zulauf, Michaela Klaus, Michael Herber und Hans-Rudolf Schulz

Genealoginnen-Team
Marina Zulauf-Semmler (Leitung), Marie Louise Gamma-Liechty, Diana Gysin und Odette Haas

Hausärzte-Team
Jürg Gartmann, Hansruedi Banderet, Heiner Bangerter, Peter Nussberger, Heinz Rüegg, Bruno Santschi und Lukas und Jaqueline Schaub

Spitaldaten-Team (inkl. Kranken- und Pfründerregister)
Verena Fiebig-Ebneter, Verena Grunauer, Rolf Bretz und Liselotte Meyer

Volkszählungs- und Wohnungsenquete-Team
Verena Fiebig-Ebneter, Felicitas Ruch, Heidi Bösch, Fritz Häsler und Susan und Roger Blatter

Erbschaftsinventar-Team
Marina Zulauf-Semmler (Leitung), Odette Haas, Ludwig Huber, Susi Schläpfer, Christel Sitzler und Helena Vogler

Identifikation historischer Ärztehandschriften der Krankenakten
Hanns Walter Huppenbauer

Medizinische Terminologie
Angelo Gianola und Helena Vogler

Apothekerteam - pharmazeutische Terminologie
Ingrid Hefti und Christine Küpfer

Transkriptions-Team
Marina Zulauf-Semmler (Leitung), Margaretha Avis, Erich Bär, Werner Betz, Rolf Bretz, Maritta Bromundt, Kathrin Decrue, Katharina Matt Eder, Ursula Fink, Hans Peter Frey, Verena Grunauer, Ingrid Hefti, Dascha Herber, Annemarie Hitz †, Bernd Holtze †, Rolf Hopf, Ludwig Huber, Hanns Walter Huppenbauer, Lara Indra, Hiroko Känel, Rosemarie Kuhn, Eva Löhnert Herzog, Paul Meier, Victor Meier, Franziska Meili, Véronique Muller, Jörg Müller, Urs Müller, Heinz Ochsner, Jessica Pabst, Walter Rehm, Cécile Rollé, Gudrun Rubli, Susi Schlaepfer, Ursula Siegrist, Christel Sitzler, Walter Stalder, Beat Stadler, Verena Thöni, Edgar und Joseph Uebelhart †, Helena Vogler, Gisela Weiche † und Susanne Weyermann.

Theo-Team Webseite
Helena Vogler

Hilfestellungen und Unterlagen zum Transkribieren, Glossar der alten Krankheitsbezeichnungen und Informationen zu zukünftigen und vergangenen Anlässen inklusive Fotogalerien finden Sie auf unserer Theo-Team Webseite.

 


 

Genealogie und Skelette

Im Projekt Genealogie und Skelette erfasst das Genealogenteam aus Kirchenbüchern, Taufregister und anderen historischen Quellen die familiären Hintergründe von ausgewählten Skeletten. Ziel ist dabei die Erfassung von drei Generationen: Eltern, Geschwister und Kinder (erste Folgegeneration). Handelt es sich um eine verheiratete Person, wird auch die Familie des/der Ehepartners/in erfasst. Die genealogischen Forschungen dienen der sozialen Verortung der historischen Personen. Spezielles Interesse liegt auf Fragen der geografischen Herkunft, der Demografie und der sozialen Mobilität. Fand innerhalb der untersuchten Generationen ein sozialer Auf- oder Abstieg statt? Wie hoch ist die interfamiliäre Sterblichkeit? Aber auch Fragen zur Geburtenzahl der Frauen spielen eine zentrale Rolle. Hier waren die genealogischen Forschungen einer der Grundpfeiler zur Dissertation von Gabriela Mani. Die Genealogie stellt einen eigenen Wissenszweig der historischen Forschung dar (Ernst Opgenoorth & Gerhard Schulz, Einführung in das Studium der neueren Geschichte, 6. Auflage, Paderborn 2001).

Aus Gründen des Nachfahrenschutzes werden die genealogischen Recherchen auf die Erfassung der ersten Folgegeneration beschränkt.

 


 

Medien - Ausstellungen

1816 – das Jahr ohne Sommer. Ausstellung zur Krisen- und Hungerszeit 1816.
Das Bürgerforschungsprojekt hat sich inhaltlich mit seinen aktuellen Forschungen zu Susanna Hunziker-Widmer in der Ausstellung eingebracht. Die Ausstellung zeigt Teile des Skeletts von Susanna Hunziker-Widmer im Kontext mit den Haltelinien im Oberschenkel.


Archiv Ausstellungen

BASEL , 1855 n. CHR. Am Rande der Gesellschaft
Begleitausstellung zur „Rettungs- und Lehrgrabung im Spitalfriedhof“
Basel – St. Johannspark, 19. März – 30. Mai 2015
Basel – Staatsarchiv, 5. Oktober – 4. Dezember 2015
Liestal – Staatsarchiv 11. Januar – 18. März 2016